Aspekte

Unsere Aspekte gegen die geplante Biogasanlage in Straußfurt.

 

Ethischer Aspekt:


Lebens- und Futtermittel, die zur Ernährung der Bevölkerung dienen, dürfen nicht zur Energieerzeugung in Biogasanlagen genutzt werden, solange noch über eine Mrd. Menschen auf der Welt hungern und Bürgerkriege darum an der Tagesordnung sind.
Darüber hinaus ist es moralisch verwerflich, Biogasanlagen grundsätzlich abzulehnen, aber die sie entwickelnde Technologie zu fordern, nur um der Gewerbesteuereinnahmen wegen oder um dem Ruf als Stadt der Spezialindustrien aufrecht zu erhalten.

 

 

Ökonomischer Aspekt:


Die großen Flächenbedarfe für den benötigten Substratanbau im nahen Umfeld der Anlage, lassen einen starken Anstieg der Pachtpreise für den in Konkurrenz stehenden Futter- und Lebensmittelanbau erwarten bzw. haben sich bereits eingestellt und bedrohen so die Existenz der regionalen Landwirte, die aktiv Landwirtschaft betreiben. In Räumen höchster Veredelungsdichte und Mangel an Pachtflächen tritt ein besonders hoher Konkurrenzdruck zu den Anbauressourcen für Nahrungs- und Futtermittel auf.

 


Ökologischer Aspekt:


Durch den massiv einseitigen Substratanbau würden sich (Mais-)Monokulturen ohne ökologischen Wert mit unabsehbaren Folgen für Flora und Fauna entwickeln. Die Artenvielfalt würde zerstört, Klein- und Kleinstlebewesen im Boden und in Gewässern würden absterben. Eine Verödung der Bodenstrukturen durch fehlende organische Substanzen wären weitere mögliche Folgen. Allein durch eine Doppelnutzung der Flächen würde im späten Frühjahr ein erheblicher Anteil der Fauna vernichtet. Darüber hinaus stellt die direkte Nachbarschaft zum Stausee Straußfurt eine weitere Belastung der Umwelt und des Erholungswertes dar. Somit will die Bürgerinitiative auch einen nicht unerheblichen Beitrag zum Natur- Vogel - und Landschaftsschutz leisten.

 

 

Verkehrsentwicklungs-Aspekt:


Die ohnehin stark befahrene Landstraße L3176 und B4 zur Anlage würde durch weitere landwirtschaftliche Großfahrzeuge zusätzlich belastet. Besonders hoch wären diese Belastungen in der Mais-Erntezeit von September bis Oktober. Neben der dadurch zusätzlich entstehenden Lärm- und Abgasbelastung würde der Straßenkörper zusätzlichem Zerstörungsdruck ausgesetzt. Die Verschmutzung der Landesstraße und der B4 böte besonders in der Erntezeit ein starkes Gefährdungspotenzial für alle Verkehrsteilnehmer und Anwohner. Gravierend wäre darüber hinaus die vehemente Gefahr, die vom zusätzlichen An- und Ablieferverkehr mit großen Schlepperzügen gerade für Kinder und ältere Mitbürger ausginge. Sicherungsmaßnahmen sind aufgrund des ansteigenden Verkehrs nicht angedacht. Besonders kritisch sehen wir den Weg der Kinder in Schule und Kindergarten die täglich die Landstraße L3176 sowie die B4 überqueren müssen. Ist nicht schon genug passiert?

 


Lebensqualitativer Aspekt:

Neben den bisher genannten ethischen Aspekten und Gefahrpotenzialen würde der Bau einer 1,1MW-Biogasanlage die Lebensqualität in Straußfurt nachhaltig negativ beeinflussen. Hinzu kommt, dass mit einer ausgleichslosen Wertminderung der dem Einflussgebiet angrenzenden Immobilien von 5 bis 20% gerechnet werden muss.

 

 

Demokratischer Aspekt:

Über die genannten Aspekte hinaus wird die Verlässlichkeit und Neutralität der politischen Entscheidungen der Straußfurter Entscheidungsgremien hinterfragt. Wir, die Bürgerinitiative ´´ Straußfurt wehrt sich ´´, können die Standpunkte des Gemeinderates und des Bürgermeisters nachvollziehen. In den jetzigen finanziell schwierigen  Zeiten sollten jedoch die getätigten Wahlaussagen von 2009 nicht Vergessenheit geraten.

Zitat aus dem Wahlprogramm der Bürgerinitiative Straußfurt für die Gemeinderatswahl am 07.06.2009:

Als Bürgerinitiative verfolgen wir das Ziel, Verhältnisse zu schaffen, die das Wohnen in unserer Gemeinde lebensfroher und sicherer machen. Ebenso möchten wir uns für die Schaffung von Bedingungen einsetzen, die unsere Gemeinde sauberer, schöner und attraktiver werden lassen.

Wir hoffen auf ihr Wort!

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