Bio-Gas Gesundheitsrisiken

Gefahrenstoff - Formaldehyd

Formaldehyd

Formaldehyd ist wie allseits bewiesen ein krebserregender Stoff. Er entsteht bei einer Biogasanlage durch die unvollständige Verbrennung des Methangases.

In vielen Messungen wurde ermittelt, dass viele der Biogasanlagen die erlaubten Grenzwerte nicht einhalten.

http://www.topagrar.com/archiv/Formaldehyd-Kaum-ein-BHKW-haelt-Grenzwert-ein-198724.html

Auch gelten für viele Biogasanlagen überhaupt keine Grenzwerte wie in einem NDR Fernsehbeitrag am 19.06.2012 berichtet wurde. Leider steht dieser Beitrag nicht mehr im Netz. Man findet nur ein Kurzkommentar dazu.

Diesen könnt ihr aber über folgenden Link lesen.

Giftstoffe aus Biogasanlagen

Es gibt zwar Filtertechnologien, die sind aber nach unserer Recherche recht teuer und sehr empfindlich gegenüber Schwefelwasserstoff. Im EEG2009 wurden die Anlagen staatlich extra gefördert, welche durch Filter bestimmte Grenzwerte an Formaldehydemissionen einhielten. Die Praxis sah aber oft so aus, dass die Filter zwar angeschafft wurden, aber erst eingebaut wurden, wenn sich eine Kontrolle ankündigte. Danach wurden Sie wieder ausgebaut. Das lag an den bereits erwähnten hohen Kosten und der hohen Empfindlichkeit in Bezug auf Schwefelwasserstoff. Im neuen EEG2012 wird dieser Bonus nicht mehr gewährt.

Im Hinblick auf die geplante Anlage ist auch dieser Punkt noch völlig offen, man sollte aber von krebserregenden Emissionen ausgehen.


KOHLENSTOFFDIOXID
Gefahrenstoff: Kohlenstoffdioxid

Unter anderem enthält das Biogas 25-55% Kohlenstoffdioxid. Kohlenstoffdioxid ist ein geruchloses und schweres Gas, dass auch in geringen Dosen schon toxisch wirkt.

Je nach Vol.% in der Luft wirkt es unterschiedlich auf den menschlichen Körper. Nachfolgend ein Übersichtsbild: Quelle: Wikipedia

Symptome Kohlendioxidvergiftung

Kohlenstoffdioxid-Konzentrationen von 8 % können tödlich sein. Jeder hat sicher schon von Unfällen in Jauchgruben und Futtersilos gehört, in denen sich aufgrund z.B. schlechter Belüftung eine hohe Konzentration an Kohlendioxid in der Luft gebildet hat.

 

ENDOTOXINE
Gefahrenstoffe: Endotoxine und Feinstaub

Mögliche Erkrankungen durch Endotoxine: Endotoxine sind u.a. verantwortlich für Atemwegserkrankungen, Einschränkung der Lungenfunktion, chronische Bronchitis, Entzündungen der Atemwege und Fieber.

Was sind Endotoxine: Definition aus Wikipedia:

Endotoxine sind Bestandteil der äußeren Zellmembran (OM = outer membrane) von gramnegativen Bakterien oder Cyanobakterien. Chemisch sind es Lipopolysaccharide (LPS), die aus einem hydrophilen Polysaccharid- und einem lipophilen Lipidanteil aufgebaut sind. Im Gegensatz zu den Bakterien, aus denen sie stammen, sind Endotoxine sehr hitzestabil und überstehen sogar die Sterilisation.

Etwas allgemeiner und einfacher: Endotoxine sind eine Klasse biochemischer Stoffe. Sie sind Zerfallsprodukte von Bakterien, die im Menschen zahlreiche physiologische Reaktionen auslösen können.

Die Entstehung von Endotoxine wollen wir euch anhand einer Schweinezucht mal kurz erklären (Quelle: Gesundheitsamt Baden Württemberg):

"Auszug:"....Stallstäube bestehen aus einer Vielzahl belebter und unbelebter Substanzen.
Es handelt sich dabei um Futtermittelbestandteile, Fäkalien, Urin, Tierepithelien, Schimmelpilze, Pollen, Milben, Endotoxine, Ammoniak und Infektionsereger (Bakterien, Pilze, Viren). Wegen der besonderen gesundheitlichen Bedeutung für die Atemwege der Landwirte gilt im folgenden das Augenmerk den bakteriellen Bestandteilen des Stallstaubes, den dort vorkommenden Endotoxinen, den wichtigsten Berufsallergenen und den Gasen...."

Auszug:"...Endotoxine sind Bestandteile der Zellwand gramnegativer Bakterien. Zerfallen gramnegative Bakterien beim Austrocknen des Materials, so werden hochmolekulare Komplexe aus einer Polysaccharid-, einer Protein- und einer Lipidkomponente frei. Bei diesen sog. Endotoxinen handelt es sich um biologisch hochaktive Verbindungen. Endotoxine sind in Schweineställen praktisch immer nachweisbar, meistens im Bereich von 50 bis 200 ng/m³ mit Höchstwerten von 2000 ng/m³. Darüber hinaus können noch eine Reihe anderer biologisch sehr wirksamer Substanzen - wie Glucane, Glykane und Mykotoxine - auftreten....."

Ähnlich verhält es sich bei der Massentierhaltung im Bereich der Geflügelmast. Hier ist ja in den letzten Monaten vieles durch die Presse gegangen. Eine niederländische Studie hat sich damit beschäftigt. Den Artikel hierzu könnt Ihr hier lesen: Geht von Agrarfabriken ein Gesundheitsrisiko aus?

Hierbei wurde auch die Umgebungsluft der Agrarfabriken untersucht. Auszug:  Außerdem wurde die Luft in 500 bis 1.000 Meter Entfernung rund um die Ställe beprobt. Im Ergebnis wurden deutlich höhere Konzentrationen von Feinstaub in der Nähe von Intensivtierhaltungen von Geflügel, Schweinen und auch Ziegen festgestellt, ebenso erhöhte Werte von Endotoxinen und von viehspezifischen MRSA-Bakterien in einem Radius von 1.000 Metern. Vor allem in der Nähe von Geflügelställen könnten diese Endotoxine laut Studie zu Beeinträchtigungen der Atmungsorgane führen...."

Unser Fazit zum Thema Endotoxine:

Eine Methangasfabrik (Biogas - Anlage), ist keine Agrarfabrik (u.a. Hähnchenmastanlage).

Aber:

  • In der Biogasanlage werden die Reststoffe aus der Tierhaltung (wie oben beschrieben) vergärt.
  • Welche Gärsubstrate in der Biogasanlage verarbeitet werden dürfen ist zwar in der Genehmigung der Anlage aufgeführt. Diese können aber jederzeit geändert werden. Von Seiten der Genehmigungsbehörde werden hierzu keine Kontrollen durchgeführt.
  • Endotoxine sind hitzebeständig. Eine mesophile Biogasanlage wird mit einer Fermentertemperatur von 30°C bis 40°C betrieben. Das hat also keinen Einfluss auf die Endotoxine.
  • Die Gärreste (inkl. der evtl. enthaltenen Endotoxinen) werden u.a. auch in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung ausgebracht.

Was wir noch gar nicht näher betrachtet haben ist die ganze Feinstaubproblematik. Das werden wir aber bei Gelegenheit auch noch nachholen.

 


Gefahrenstoff - Schwefelwasserstoff:

Schwefelwasserstoff ist ein brennbares übel riechendes hoch giftiges Gas.

Der Schwefelwasserstoff (H2S) entsteht bei Biogasanlagen innerhalb des Vergärungs-prozesses im Fermenter.  Verhindern kann man die Entstehung nicht, da die Bedingungen für die Entstehung von Methangas gleichzeitig auch die Bedingungen sind, damit aus Schwefel Schwefelwasserstoff entsteht.

 Je nach Substrat ist die Konzentration von Schwefel unterschiedlich hoch und damit auch die daraus resultierende Schwefelwasserstoffkonzentration im Biogas. Sie liegt etwa zwischen 50 mg/m³ und 30 000 mg/m³. Silomais hat z.B. einen Schwefelgehalt von 800 mg S/kg. Gras hat einen geringen Schwefelgehalt von 100 mg S/kg. Der Schwefelgehalt von Hühnerkot oder auch von Schlachtabfällen ist um ein vielfaches höher. Da die Zusammensetzung des Hühnerkots oder auch der Schlachtfälle (im Eiweiß der Fleisches ist viel Schwefel enthalten) unterschiedlich ist, können wir hier keine fixen Werte nennen. (Quelle: www.h-2-s.de).

Nachfolgend einige Substrate mit einer Einteilung nach dem Schwefelgehalt

Substrate mit  niedrigem Schwefelgehalt: Klee, Gras, Weizen, Bier, Molke, Kartoffeln, etc

Substrate mit mittlerem Schwefelgehalt: Silomais, Zwiebeln, Stallmist, Gülle, Reis, etc.

Substrate mit hohem Schwefelgehalt: Schlachtabfälle, Darmabfälle z.B. Hühnerkot, Proteinabfälle, Fisch, Hefe etc. (Quelle: www.h-2-s.de).

Die EU Seveso II Richtlinie und die für deren Umsetzung zuständige “Störfallkommission beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit” hat konkrete Abstandsempfehlungen von Biogasanlagen zu Wohngebieten und wichtigen Verkehrswegen aufgrund der in diesen Anlagen entstehenden gefährlichen Schwefelwasserstoffverbindungen herausgegeben.

"Zum Schutz von Anwohnern empfiehlt die Störfall-Kommission für Anlagen, in denen sich mehr als 2 KG des hochgiftigen Gases Schwefelwasserstoff (H2S) befinden, einen Abstand von mindestens 800 Metern zu allen Gebieten, in denen Menschen wohnen, zu halten.

Mögliche Mengen an Schwefelwasserstoff in Biogasanlagen. Laut einer Studie der Bürgerinitiative Lohne (Quelle:www.lohne-wehrt-sich.de) enthält eine 1,5 MW Biogas-Anlage im Normalbetrieb zwischen 4 und 19 Kg Schwefelwasserstoff. Also gerundet eine bis zu 10 mal höhere Menge als die von der Störfallkommission angegebene Obergrenze von 2kg.

Die genehmigte Anlage in Melzdorf hat aktuell eine Größe von ca. 400 KW. Letztes Jahr waren es noch geplante 220KW.

Überschlägt man die Werte einfach mal, so scheint es, dass auch bei einer 400KW-Anlage 2KG Schwefelwasserstoff kein unerealistischer Wert ist.

 Auch die Aussage, das lediglich Mais, GPS - Ganzflanzensilage (Getreide) und Rindergülle in der Anlage vergoren werden ist zu hinterfragen. Eine Prüfung oder Kontrolle findet laut Aussage des Regierungspräsidium Kassel nicht statt. Es kann jederzeit eine Änderung der Inputstoffe erfolgen, die Bürger hätten bei derarten betrieblichen Änderungen kein Recht auf Einflussnahme. Gründe für eine Änderung der Inputtstoffe sind z.B. Änderungen der Rohstoffpreise. Kappung von Förderungen. Ansiedlung von Massentierhaltungen (man hat hier ja mal von einer geplanten Putenmastanlage zwischen Traisbach und Allmus gesprochen). Nicht berücksichtigt sind die Schlachtabfälle aus der Hofschlachtung etc..

Nachfolgend haben wir euch mal die 800m eingezeichnet. Damit Ihr mal ein Gefühl für die Entfernungen bekommt.

Bildergalerie Straußfurt

So schön ist Straußfurt