Bio-Gas Unfälle

Unfallstatistik von Biogasanlagen recherchiert durch die BI-Melzdorf

Immer wieder hört man von Störfällen rund um den Betrieb von Agromethananlagen. Wir wollen versuchen, Ihnen auf dieser Seite einen Überblick zu vermitteln:
Biogasanlagen Unfälle ab 2010
Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) teilt in ihrer Broschüre "Biogas Basisdaten Deutschland" (Stand: Juni 2010) mit: Pro Jahr ist durchschnittlich mit 1,2 Störfällen je 10 kWel zu rechnen. Das bedeutet für eine Anlage mit 500 kWel immerhin 60 Störfälle. Hoch gerechnet auf die in Deutschland installierte Leistung von  etwa 2.300 MW kommt es in Deutschland geschätzt alle 2 Minuten zu einem Störfall. Damit sind Störungen des Gärprozesses, technische Defekte, Bedienfehler etc. gemeint. Die Öffentlichkeit erfährt davon in aller Regel nichts, obwohl darin immer das Risiko eines größeren Unfalls liegt. Zwar sind Personen-schäden selten; sie können aber nicht ausgeschlossen werden. Umweltschäden durch ausgetretene Gülle kommen öfter vor, als man zunächst annehmen würde.
Nur die größeren Ereignisse werden durch die Medien überregional bekannt und können deshalb von uns erfasst werden. Wir haben die uns bekannten Fälle ab 2010 erfaßt und unten aufgeführt. Zusätzlich wurden diese in eine Google-Maps Karte eingetragen, damit Sie sich einen Überblick machen können.

Die Kommission für Anlagensicherheit (KAS) beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat im Juni 2009 bei der Mehrzahl (ca.80%) aller nach §29a BImSchG geprüften Biogasanlagen bedeutsame Mängel festgestellt. Die häufigsten Schwachpunkte lagen im Bereich Gasexplosionsschutz und Auslegung der Komponenten.

 

 

Nachfolgend eine kleine Auswahl aus den zahlreichen im Internet dokumentierten Störfällen in den Jahren 2006 bis 2009. Die Straußfurter Bürger sollten wissen, was alles passieren kann und welche Risiken beim Betrieb einer Biogasanlage auf sie zukommen.

  • Am Jahresbeginn 2006 läuft vergorene Gülle in den Ort Schlettau ( Erzgebirge).
  • Im Januar 2006 platzen 2 Güllebehälter in Göttingen.
  • Im März 2007 kommt es bei einer Anlage zu einer Explosion in einem Betriebsraum.
  • Im Juni 2007 explodierte eine Anlage im niedersächsischen Deiderode sowie ein Silo der Biogasanlage in Binsheim ( Kreis Karlsruhe ).
  • Im Oktober 2007 ist der Tod eines Servicemitarbeiters in einem Anmischbehälter zu beklagen.
  • Im Dezember 2oo7 wird durch eine Explosion die gesamte Biogasanlage in Riedlingen ( Kreis Biberach) zerstört. 3500 cbm Gülle und
    Substrat treten aus.
  • Im Februar 2008 Austritt von 1600 cbm Gärsubstrat mit Gewässerschäden in Bad Sassendorf.
  • Im September 2008 platzt in Wurzen ein Gärgehälter. Dabei werden 3 Menschen verletzt.
  • Im Februar 2009 treten bei der Anlage in Lehmingen 2000 cbm Gülle aus.
  • Im März 2009 Gülleaustritt in Sausenhofen und im August 2009 in Lichtenau (Krs. Paderborn).
  • Im Oktober 2009 Gülleaustritt mit Fischsterben in Mühlhausen sowie ein 2.Störfall in Raabs, wobei ein Überdruck in der Anlage erneut z zum Gülleaustritt führt.
  • Folgenschwerer als die Unglücksfolgen an den Anlagen sind häufig die mit den Störfällen verbundenen Umweltschäden.
    Diese Schäden können Millionenbeträge erreichen, wenn die Gärbehälter zerstört werden und die freigesetzte Gülle Gewässer verseucht.So gab es z.B. in Barßel die Situation, dass duch eine ausgelaufene Biogasanlage ein Fischsterben in größerem Ausmaß hervorgerufen wurde. Auch in Bassum ( Kreis Diepholz ) f ührte das Explodieren des Gärbehälters zu Gewässerschäden im nahegelegenen Fluss.
  • In Einzelfällen kann es auch zur Emission von gefährlichen Schadgasen kommen. In einem besonders tragischen Fall starben dabei vier Menschen ,als es bei der Anlieferung von Schlachtabfällen zur Freisetzung von Schwefelwasserstoff in hoher Konzentration kam. Dies geschah im November 2006 in Rhadereistedt bei Zeven.
  • In sehr vielen Fällen beklagen sich Anwohner über Geruchsbelästigungen, die von Biogasanlagen ausgehen. Über einen besonders krassen Fall berichtete das Fernsehen Bayern 3 am 20.09.2006 in seiner Reihe „ Zeitspiegel „. Im fränkischen Ort Röckingen leidet nach diesem Bericht der gesamte Ort unter einer süß-säuerlichen, faulig-modrigen, teilweise beißenden Geruchswolke, offenbar einer Mischung aus Methan, Ammoniak und Schwefelwasserstoff. „Es stinkt zum Himmel“, ist der einhellige,bittere Kommentar der Bewohner.
  • Das gleiche Schicksal hat die Einwohner von Serlbach bei Forchheim getroffen. Nach dem Fernsehbericht klagen sie über einen süß-säuerlichen Geruch („wie vergammelter Käse“), der einem die Kehle zuschnürt.

Mit ihren Klagen fühlen sich die Betroffenen von den Behörden völlig in Stich gelassen. So leidet dort ein ganzes Dorf unter einer Biogasanlage. Die Folge ist, dass die Einwohner wegziehen, denn der Ort ist in ihren Augen nicht mehr lebenswert. (GJS) Weitere Hilfreiche Informationen finden Sie unter:

 

http://www.biogasanlagen-versus-anwohner.de/

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